Wirtschaft und Gesellschaft
Globale Problemfelder
Unser wirtschaftliches Denken und Handeln lässt sich nicht von den großen Problemen unserer Welt getrennt beachten. Es hat sich daran zu orientieren. Die globalen Probleme ergeben sich aus der wachsende Weltbevölkerung, ihrer Urbanisierung und deren Folgen für Umwelt, Klima, Ernährung und Gesundheit im Kampf um die geringer werdenden Ressourcen – wie z.B. Energie oder sauberes Wasser. Und die immer noch ungerechte Verteilung mit den daraus folgenden politisch und sozialen Spannungen. Die handelnden Kräfte: Politik, Wirtschaft und NGOs.
Globalisierung
Wir leben heute im Zeitalter der Globalisierung: In offenen Volkswirtschaften und weltweiter Arbeitsteilung.
Volkswirtschaft
Volkswirtschaft (Makroökonomie) ist die Lehre vom Zusammenspiel
aller am wirtschaftlichen Prozess beteiligten Kräfte eines Nationalstaates
(Volk, Land, Staat) sowie der Staaten untereinander (Weltwirtschaft).
Heute ist der Austausch von Produkten, Geld, Arbeitskräften,
Information und Leistungen der Länder weltweit verknüpft.
Wir nennen es Globalisierung.
Die Gesamtleistung der Menschen in einem Staat bzw. Wirtschaftsraum nennen wir Bruttoinlandsprodukt.
Das Ergebnis der produzierten Güter abzüglich des Eigenverbrauchs nennen wir die Leistungsbilanz.
Ist sie positiv, entsteht Wohlstand. Ist sie negativ, muss sich der Staat verschulden und der Wohlstand sinkt.
Woran erkennt man die wirtschaftliche Situation eines Landes?
Diese Faktoren wirken zusammen:
Wirtschaftsleistung
- Bruttoinlandsprodukt (BIP)
- Export / Import
- Handelsbilanz (Überschuss / Defizit)
- Volkseinkommen
Kapital
- Geldmenge (M3)
- Inflationsrate
- Staatsverschuldung
- Zinsrate / Leitzinsen
Verteilung
- Einkommensverteilungen / Löhne
- Preise
- Strukturen
Veränderungen
- Konjunktur (Wachstumsrate, Inflationsrate)
- Zyklen
- Sozioökonom. Faktoren
Arbeit
- Beschäftigungsrate
- Arbeitslosigkeit
Wirtschaftspolitik
Die großen Organisationen der Weltwirtschaft
Wirtschaftspolitik bezeichnet die Gesamtheit der Maßnahmen, mit denen der Staat regelnd und gestaltend in die Wirtschaft eingreift. Damit regelt die Wirtschaftspolitik die Organisationsprinzipien von Wirtschaftssystemen und deren Abläufe. „Wir leben im System der sozialen Marktwirtschaft.“
| EU | Europäische Union |
| EZB | Europäische Zentralbank |
| UN | United Nations (Vereinigte Nationen) |
| IWF | Internationaler Währungsfond |
| WTO | World Trade Organisation |
| WHO | World Health Organisation |
| G6 | Gemeinschaft der größten 6 Wirtschaftsländer |
| G8 | Gemeinschaft der größten 8 Industrieländer |
| G20 | Gemeinschaft der 20 wichtigsten Industrie- und
Schwellenländern |
| KSZE | Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit
in Europa (OSZE, Organisation) |
Wirtschaftspolitik verständlich erklärt!
Achtung! Humor!
Christdemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Sie behalten eine und schenken Ihrem armen Nachbarn
die andere. Danach bereuen Sie es.
Sozialist
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem
Nachbarn. Sie werden gezwungen, eine Genossenschaft zu
gründen, um Ihrem Nachbarn bei der Tierhaltung zu helfen.
Sozialdemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine. Sie fühlen
sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute
in die Regierung, die Ihre Kühe besteuern. Das zwingt Sie,
eine Kuh zu verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können.
Die Leute, die Sie gewählt haben, nehmen dieses Geld, kaufen
eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn. Sie fühlen sich
rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für Sie.
Freidemokrat
Sie besitzen zwei Kühe.
Ihr Nachbar besitzt keine. Na und?
Kommunist
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen
die Milch. Sie stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.
Kapitalist
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen
Bullen, um eine Herde zu züchten.
EU-Bürokratie
Sie besitzen zwei Kühe. Die EU nimmt Ihnen beide ab, tötet eine,
melkt die andere, bezahlt Ihnen eine Entschädigung aus dem
Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann in die Nordsee.
Beispiele verschiedener Unternehmensarten
Achtung! Humor
Amerikanisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und leasen sie zurück.
Sie finden eine Aktiengesellschaft. Sie zwingen die beiden Kühe,
das Vielfache an Milch zu geben. Sie wundern sich, als eine tot
umfällt. Sie geben eine Presseerklärung heraus, in der Sie erklären,
Sie hätten Ihre Kosten um 50% gesenkt. Ihre Aktien steigen.
Französisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil Sie drei Kühe haben
wollen. Sie gehen Mittagessen. Das Leben ist schön.
Japanisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik
erreichen Sie, dass die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen
Größe reduziert werden und das Zwanzigfache an
Milch geben. Jetzt kreieren Sie einen cleveren Kuh-Cartoon,
nennen ihn Kuhkimon und vermarkten ihn weltweit.
Deutsches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden
die Tiere „Re-Designed“, so dass sie alle blond sind, eine Menge
Bier saufen, Milch von höchster Qualität geben und 160 km/h
laufen können. Leider fordern die Kühe 13 Wochen Urlaub im Jahr.
Britisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind wahnsinnig.
Italienisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe, aber Sie wissen nicht, wo sie sind.
Während Sie sie suchen, sehen Sie eine schöne Frau.
Sie machen Mittagspause. Das Leben ist schön!
Polnisches Unternehmen
Ihre Kühe wurden letzte Woche gestohlen.
Morgen finden Sie eine Neue.
Die agierenden Kräfte
Politik, Wirtschaft, Banken, NGOs
Aufgrund unserer globalen Situation ist offensichtlich, dass alle globalen Problemfelder nicht kurzfristig gelöst werden können, denn derzeit agieren die Staaten, insbesondere Weltmächte, oft allein (unilateral).
In den Organisationen der UN haben sie sich gemeinsam dazu verpflichtet und weltweit (multilateral) organisiert.
Zum Beispiel:
- WTO (World Trade Organisation)
- WHO (World Health Organisation)
- Weltbank
Häufig können sich die Parteien nicht einigen, da eigene politische oder wirtschaftliche Interessen dagegen stehen NGOS (= Nichtstaatliche Organisation) bezeichnen sogenannte Zivilgesellschaften (od. auch synonymisch dritter Sektor, Graswurzel-Organisation). Diese Organisationen agieren für das Gemeinwohl, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, Umwelt, Natur und vieles mehr. Dabei sind sie unabhängig vom Staat und der Regierung. Auch nehmen sie inoffiziell auf die Politik und die öffentliche Meinung in anderen Ländern Einfluss. Ihre Pflicht ist es aber, keine eigenen finanziellen Interessen zu verfolgen oder für sich gewinnorientiert zu handeln. Doch auch sie agieren oft medienorientiert, weil sie sich durch Spendenaufkommen finanzieren.
Konjunkturzyklen
Lange Wellen, kurze Wellen
Die kurzen Wellen kennt jeder als Konjunktur-Zyklen.
Also das „Auf und Ab der Wirtschaft“ – beeinflusst durch den ständigen Wechsel von Angebot und Nachfrage und ihrem Einfluss
auf Wirtschaftskraft und Beschäftigung. Wie Ebbe und Flut, jedoch im Rhythmus von 4-5 Jahren.
Die langen Wellen kennen wir erst seit 1926 durch den russischen Wissenschaftler Nikolai Kondratieff.
Er wies nach, dass wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfindungen ein völlig neues Denken und neue Produkte und Märkte entstehen lassen.
Das nennen wir:
Ein neues Paradigma. Diese (langen) Zyklen dauerten bisher jeweils ca. 40 Jahre.
Die 6 Kondratieffzyklen
| 1. Kondratieff | Erfindung der Dampfmaschine + Innovationen in der Textilindustrie |
| 2. Kondratieff | Eisenbahn – und Stahlindustrie |
| 3. Kondratieff | Elektrodynamo – Prinzip (erster praktischer Kondratieff) |
| 4. Kondratieff | Automobilindustrie/Mineralölindustrie (Industriegesellschaft) |
| 5. Kondratieff | 1950 Entwicklung und Verwertung der computerbasierten Informationstechnik (Informationsgesellschaft) |
| 6. Kondratieff | Bedarf n. ganzheitlicher Gesundheit (Gesundheitsgesellschaft) |
5 Schlaglichter
1. Neue Technologien
Kennen Sie Herrn Kondratieff?
Der russische Volkswirtschaftler hat die langen Wellen entdeckt.
Im Gegensatz zu den kurzfristigen Wellen von vier bis fünf Jahren, in denen sich unsere Konjunktur bewegt – wie Ebbe und Flut, nur nicht so pünktlich – dauern diese Wellen vierzig bis fünfzig Jahre.
Sie werden jeweils durch neue revolutionäre Erfindungen
abgelöst.
Edison, Daimler, Ford, Bell und Bill Gates sind ihre Väter.
Und mit dem Aufschwung der neuen Technologie begann
der Abschwung der alten.
Mit herben sozialen Folgen. Nun ist die Informationsgesellschaft
dran.
Das müssen wir zur Kenntnis nehmen! Einen Weg zurück
gibt es nicht mehr.
Und das hat Folgen:
Für die Menschen, für die Arbeit und für den globalen Markt und seinen Wettbewerb.
2. Flexibilisierung der Arbeit
Wir können Arbeit aus der volkswirtschaftlichen (Produktionsfaktor), arbeitswissenschaftlichen (berufliche Tätigkeit), philosophischen (bewusstes schöpferisches Handeln) oder christlich theologischen Perspektive (ora et labora) beleuchten.
Ich konzentriere mich hier auf die volks- und betriebswirtschaftliche Sicht.
Arbeit ist eines von vier Instrumenten, sprich Produktionsfaktoren:
Boden, Kapital, Arbeit, Information, die einem Unternehmer zur Verfügung stehen, um ein Produkt herzustellen und erfolgreich zu vermarkten.
All diese Begriffe sind durch die neuen Techniken der Informationsgesellschaft in Bewegung geraten.
Sie können denken, beraten, produzieren, vertreiben und Service machen lassen, wo immer Sie wollen, da Entfernungen und Zeit keine Rolle mehr spielen.
Außerdem: Der Markt kennt keine Moral.
Es zählt das günstigste Angebot – bei bester Leistung.
3. Globalisierung
Da Information über globale Datennetze laufen, spielen Zeit und Entfernung keine Rolle mehr.
Das Ergebnis:
- weltweit vernetzter Handel
- weltweit vernetzte Produktionsstätten und Komponentenfertigung
- weltweit digital gesteuerte Warenströme (siehe Flugverkehr)
- Preise werden im Internet ermittelt
- der deutsche Unternehmer verliert den Auftrag, wenn er nicht schnell genug oder zu teuer ist
- mehr Arbeit in den Schwellenländern und den Billiglohnländern
- Rückgang gering qualifizierter Arbeit in den Industrieländern
4. Veränderung der Arbeitswelt
Die hier beschriebenen Entwicklungen zwingen die Menschen zu einem neuen Verhalten und dem Erwerb neuer Fähigkeiten. Gefragt sind neben Fachkompetenz:
Psychosoziale Kompetenzen.
Ein Feld, auf dem Frauen besondere Voraussetzungen mitbringen.
- Integrationsfähigkeit
- Bereitschaft zur Teamarbeit
- Lernbereitschaft
- schnelle Anpassungsfähigkeit an neue Situationen
5. Ein neues Paradigma
Ein neues Paradigma kann man nicht ignorieren. Man muss es mitgestalten. Wir sehen neue Formen der Organisation von Arbeit. Zumeist zu Lasten der Stammbelegschaft.
- Zeitarbeit (bei manchen Unternehmen bis zu 30% (Airbus))
- weltweite Arbeitsteilung
- Auslagerung von Unternehmensbereichen wie Komponentenfertigung, Softwareentwicklung, Logistik und Kundendienst, Call-Center
Die weltweite Vernetzung macht es möglich.
Fazit
Alle Produktionsfaktoren – Kapital, Boden, Arbeit, Information – sind in dynamischer Bewegung durch die Verkürzung von Zeit und Raum in der Informationsgesellschaft.
- Globalisierung ist unumkehrbar und wirtschaftlich gesehen, ein Fortschritt. Sie ist aber auch ein Teil der Gerechtigkeit für die armen Länder
- Flexibilisierung der Arbeit ist Folge der weltweiten Vernetzung
- nicht das Denken der Vergangenheit, sondern unsere Fähigkeit zu lernen, ist unsere Chance
- ein neues Paradigma muss man mitgestalten
Das Shareholder-Denken kann nicht die Lösung sein! Ich denke da wie die Zukunftsforscherin Mokka Müller:
,,Wir befinden uns mitten in einem moralischen Weltklimawandel. Unsere Informationsgesellschaft läuft bereits seit über zwanzig Jahren. Die nächste große Veränderung kommt gewiss.“
Sie beginnt in unseren Köpfen! Sie werden es erleben. Und vielleicht auch – mitgestalten.
Betriebswirtschaft
Betriebswirtschaft (Mikroökonomie) ist die Lehre vom Zusammenspiel aller am wirtschaftlichen Prozess beteiligten Kräfte eines Unternehmens bei der Herstellung von Produkten und Leistungen und deren Vertrieb in seine Märkte. Ziel ist Weckung bzw. Deckung der Nachfrage und Gewinn für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kapitalgeber.
Die Basis für erfolgreiches Wirtschaften sind folgende Faktoren:
Kapital, Arbeit, Boden, Information.
Die Betriebswirtschaftslehre gliedert sich in:
1. Allgemeine Betriebswirtschaftslehre (ABWL):
- Organisation und Planung
- rechtliche Entscheidungen in Betrieben
- Marketing
2. Spezielle Betriebswirtschaftslehre (SBWL):
- funktional, d.h. bestimmte Betriebstypen (nach Branche, -größe und -alter) Beispiel: Internes Rechnungswesen
- institutionelle, d.h. auf spezielle Branchen fokussiert.
Beispiel: Banken, Maschinenbau, Elektrotechnik, Nahrungsmittel
Preis & Markt
Der Markt kennt keine Moral
Es zählt das günstigste Angebot – bei bester Leistung. Dabei entsteht ein Konflikt! Denn der Preis hat eine Moral:
Das Unternehmen und seine Menschen, die ihn erwirtschaften, müssen davon leben können. Wo der Markt – das sind wir Verbraucher – das nicht hergibt, organisiert der Unternehmer seine Arbeitsprozesse neu.
Als Preis bezeichnet man in Geldeinheiten den Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung.
Die Kalkulation des Preises enthält die Kosten für:
- Forschung
- Entwicklung / Planung
- Produktion (Maschinen, Arbeitskräfte, Material)
- Marketing (Werbung, Verkaufsförderung, PR)
- Vertrieb (Lagerung, Beratung, Verkauf )
Ein Grund für einen steigenden Preis kann mehrere sogenannte Indikationsfaktoren haben. Man spricht von einer Knappheitsoder Signalfunktion. Steigt beispielsweise die Nachfrage für ein Produkt oder wird dieses knapp, so steigt der Preis. Der Preis für Benzin, welches nicht unendlich zur Verfügung steht, steigt mit wachsender Knappheit.
Soziologie
Soziologie ist die Lehre von den Beziehungen der Menschen in sozialen Gemeinschaften. Sie beschreibt die Wechselbeziehungen zwischen Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur innerhalb einer Gemeinschaft – mit ihren Traditionen, Wertvorstellungen, Leitbildern, Feindbildern und Tabus. Sie sind gewachsen in einer gemeinsamen Geschichte. Wir bezeichnen das als kollektives Bewusstsein. Es prägt die öffentliche Meinung – und unser Handeln. Somit sind sie auch für die Werbung relevant. Unsere Gesellschaft lebt in der Postmoderne. Die Globalisierung der letzten Jahre hat eine weltweite Neuorientierung zur Folge: Weltweiter Austausch von Arbeitskräften, Wissen, Geld und Waren. Wanderbewegung von armen in reiche Länder. Diesen Prozess nennen wir: Transnationalismus. Darunter verstehen wir Einwanderer, Zuwanderer, Gastarbeiter, Gaststudenten. Bürger mit Migrationshintergrund haben in der deutschen Bevölkerung einen Anteil 20%. Die Unsicherheit in unserer Gesellschaft wächst aufgrund dieses Prozesses. Die dadurch notwendigen kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Anpassungsprozesse wirken langfristig. Daher sind sie vorrangig Thema und Aufgabe der Politik und Glaubensgemeinschaften. Ziel: Interessensausgleich und gegenseitige Toleranz
Psychologie
Psychologie beschreibt das Denken, Fühlen, Erleben und Verhalten von Menschen (und Tieren) als Individuen, aber auch als Gruppe, z.B. die Entwicklung im Laufe des Lebens als Individuum (Ontogenese), in der Gruppe bzw. seinem Stamm (Philogenese), sowie alle inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen, die dafür maßgeblich sind. Aber auch die kognitiven und emotionalen Prozesse im Menschen in bestimmten Situationen (Aktualgenese). Deshalb sind sie für die Werbung äußerst wichtig.
Die Psychologie gliedert sich in 3 Bereiche:
1. Verhaltenspsychologie
- Erforscht Verhaltensweisen, stellt Vergleiche fest und untersucht das Entstehen bestimmter Verhaltensweisen beim Individuum und sozialen Gruppen (Massenpsychologie).
2. Kognitionspsychologie
- Bezeichnet das „Computermodell des Geistes“, bzw. dient zum Verständnis von geistigen und emotionalen Prozessen.
3. Neuropsychologie
- Untersucht den Aufbau und die Funktion von Nervensystemen und Hormonen.
Was uns besonders interessiert:
Die Werbepsychlogie nutzt diese Methoden und Erkenntnisse für:
- Die Analyse von Verbraucherwünschen, Motiven und Kaufentscheidungsprozessen (Marktanalyse)
- Die Entwicklung von Methoden und Strategien zur Bedarfsweckung und -steuerung = AIDA (Aufmerksamkeit, Interese, Wünsche (Desire), Handeln (Action))
- Für die Gestaltung zielgruppengerechter Kommunikationsmittel und Kontrolle ihrer Wirkung (Werbewirkungskontrolle)
- Messung des Bekanntheitsgrades von Unternehmen, Marke (Imageanalyse) und deren Produkte.
Marktforscher und Psychologen arbeiten dabei eng zusammen. Die Reaktionen unseres Gehirns zwischen Reiz und Reflex, Vergessen oder Reagieren, Angst oder Neugierde beschreibt die folgende Grafik am Beispiel der neuronalen Prozesse bei der Begegnung von Liebespartnern.